HANDWERKSTATT CASE#2

 

AUSGANGSSITUATION CASE #2 KERAMIK
Die Keramikwerkstatt des Hamburger Trägers alsterarbeit gGmbH wurde vor über 30 Jahren gegrü̈ndet. Sie verfolgte zunächst das Ziel, Beschäftigten, die in die produzierenden Arbeitsbereiche der Werkstatt nur schwer
einzugliedern waren, eine kreative Aufgabe anzubieten. Die Leistungsanforderung an die Beschäftigten war niedrig, jeder Mitarbeiter konnte seine eigenen Entwürfe entwickeln und umsetzen. Der Verkauf der Arbeiten war von nachrangiger Wichtigkeit.
Seit einigen Jahren verändert sich die Klientel von alsterarbeit – immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen, die zunächst auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig waren, zählen zu den Mitarbeitern. Eine Gruppe von Keramikern wü̈nscht sich, in der Öffentlichkeit mit ihrer Arbeit mehr wahrgenommen zu werden und verkaufbare Produkte zu produzieren.

So arbeiten aktuell einzelne Mitarbeiter des Stammpersonals auf einem hohen handwerklichen Niveau. Sie beschäftigen sich mit der Professionalisierung verschiedener keramischer Techniken, Brennverfahren und Glasuren und erproben unterschiedlichste Verwendungsbereiche für keramische Objekte wie Tischware, Brunnen und Gartendekoration. Andere Mitarbeiter arbeiten rein figürlich – die Palette reicht von Tier- und Menschenskulpturen bis hin zu Gebäudendarstellungen. Die Arbeiten sind hoch individuell, teilweise künstlerisch, ausführungstechnisch allerdings teilweise unprofessionell und schwer verkaufbar.

Die Keramikwerkstatt verkauft auf dem hauseigenen Jahresmarkt und ein wenig über den in der Werkstatt eingerichteten Schauraum. Es wird teilweise auf Bestellung gearbeitet – was allerdings mit mehrmonatiger Wartezeit für den Kunden verbunden ist. Dadurch, dass ein Entwurf nur selten mehr als zweimal nachproduziert wird, hat die Keramikwerkstatt kein für den Kunden erkennbares Sortiment.

 

GESTALTUNGSAUFGABE CASE #2 KERAMIK
Der Workshop Keramik hat zunächst das Ziel, die in der Werkstatt beschäftigten Handwerker, die an einer seriellen Produktion ihrer Arbeiten interessiert sind, in ihrer Tätigkeit durch gestalterische Beratung und Ideen zu unterstützen und nachhaltig zu motivieren. Es sollen Produkte entstehen, die funktional und ästhetisch den Kunden überzeugen. Die im gemeinsamen Prozess entwickelten Produkte sollen neueTätigkeitsspielräume anregen und Arbeiten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden
beinhalten, sodass mehrere Mitarbeiter die Möglichkeit haben, am Produktionsprozess teilzunehmen. Die Produktserie soll Gestaltungsspielräume zulassen und von den Mitarbeitern später weiter entwickelt werden können. Zur Designaufgabe
zählt auch die Überlegung, wo und wie die Produkte für einen späteren Verkauf platziert werden können.

Workshopleitung: Alexa Lixfeld
Fachliche Beratung und Betreuung: Thomas Bornemann

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