HANDWERKSTATT CASE#3

 

AUSGANGSSITUATION CASE #3 KNÜPFEN & FLECHTEN
Das Werkforum Kiel (Kieler Fenster e.V.) ist eine Werkstatt, die primär Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen die Möglichkeit für einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt bieten will. Die Herstellung von Eigenprodukten ist nur ein Teil des Leistungsangebotes, im Vordergrund stehen individuelle Förderung und Qualifizierung der Teilnehmer. Trotzdem ist das Werkforum als anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderung verpflichtet, Einnahmen zu erzielen. Nachdem in den vergangenen Jahren im Standort Borsigstraße schwerpunktmäßig Dienstleistungen im Bereich Multimedia erbracht wurden, setzt das Werkforum nun verstärkt auf handwerkliche Arbeitsangebote.
Zu den bestehenden Abteilungen zählen eine Schneiderei, eine Metallabteilung sowie eine Polsterei. Erst vor kurzem wurde der neue Arbeitsbereich „Seilerei/Papierwerkstatt" eröffnet. Hier werden Knoten („Affenfäuste") aus vorgefertigten Seilen im Auftrag eines Hundeartikelherstellers produziert. Darüber hinaus experimentieren einige Mitarbeiter mit Flechtarbeiten aus Altpapier. Dazu werden Zeitungen zu Papierstäben gerollt, um daraus kleinere und größere Körbe für dekorative Zwecke herzustellen (Obstkörbe, Briefkörbe etc.). Das Werkforum arbeitet vorwiegend – aber nicht ausschließlich – mit Recycling-Materialien. Es verfügt über einen eigenen Vertrieb im Raum Kiel und ein eigenes Label („Crabbag").

 

GESTALTUNGSAUFGABE CASE #3 KNÜPFEN & FLECHTEN
Die neue Abteilung „Seilerei/Papierwerkstatt" verfügt aktuell nur über ein kleines Sortiment an Eigenprodukten. Die Anfertigung nur eines Produkts aus Seilen in Form der Affenfäuste ist für einige Mitarbeiter gut leistbar,
aber wenig abwechslungsreich und lässt die Arbeit schnell monoton werden. Die aus Papier geflochtenen Körbe befinden sich z.T. noch im Probierstadium. Einige Mitarbeiter haben Interesse daran, weiter mit den
Materialien zu arbeiten und mehr unterschiedliche Techniken zu erproben. Dabei entsteht die Frage, welche Anwendungsmöglichkeiten mit dem Rohstoff sinnvoll sein könnten. Da es sich bei der Arbeitsstätte nicht um eine ausgestattete Werkstatt,
sondern einen umfunktionierten Büroraum handelt, muss von einfachsten Produktionsbedingungen ausgegangen werden. Zudem sollte der Materialeinsatz niedrig gehalten werden, um mit dem Verkauf der Produkte
einen entsprechenden Gewinn erzielen zu können. Ziel des Workshops ist es, die Mitarbeiter in ihrem kreativen Prozess zu unterstützen und das gestalterische und technische Spektrum der Arbeit zu vergrößern. Dabei können sich Produktideen entwickeln, die perspektivisch über das Werkforum vertrieben werden können.

Workshopleitung: Alexa Lixfeld

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