HANDWERKSTATT

 

 
INKLUSIVE MANUFAKTUR

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Die HANDWERKSTATT ist eine inklusive Design-Workshopserie, die seit April 2016 von EUCREA in Kooperation mit der HFBK Hochschule für bildende Künste Hamburg in fünf Werkstätten für Menschen mit Behinderung im norddeutschen Raum durchgeführt wurde. Designstudenten, Designer und Kunsthandwerker kooperierten mit den Mitarbeitern der einzelnen Werkstätten, um gemeinschaftlich handwerkliche Techniken gestalterisch neu zu interpretieren.

Die beiden Hauptziele der Designinitiative sind die Stärkung des Manufakturgedankens in Werkstätten für Menschen mit Behinderung und die Wiederbelebung traditionellen Handwerks. In der HANDWERKSTATT begegneten sich Designer und Handwerker auf Augenhöhe. Design ist hier Ausgangspunkt für Kommunikation, der Gestaltungsprozess Motor für persönliche Entwicklung. Gemeinsam werden Prozesse erabeitet, die es mithilfe einfacher Techniken und Materialien ermöglichen, interessante Produkte zu gestalten.
In insgesamt fünf Workshops, geleitet durch den Londoner Kommunikationsdesigner Gero Grundmann und die Hamburger Produktdesignerin Alexa Lixfeld, wurden handwerkliche Techniken erprobt und gestalterisch weiterentwickelt: In Hamburg wurde beim Träger alsterarbeit sowohl in der Keramikwerkstatt wie auch in der Siebdruckwerkstatt gearbeitet. In Itzehoe fand in der „Bildschön Designwerkstatt“ der Brücke Schleswig-Holstein ein Stempelworkshop statt. Im Werkforum Kiel (Kieler Fenster) setzten sich die Workshop-Teilnehmer mit Anwendungsmöglichkeiten von Knüpf- und Flechttechniken auseinander und in den Delme-Werkstätten in Sulingen wurde in der Kerzenwerkstatt experimentiert.
Alle Workshops verliefen nach einem ähnlichen Prinzip: Vor Ort wurde eine Designaufgabe vereinbart, deren Bearbeitung exemplarisch aufzeigt, wie sich die Werkstätten in Bezug auf Arbeitsweisen, Produktvielfalt oder -qualität verbessern können. Zur Inspiration der Teilnehmer erfolgte jeweils eine Einführung zu Material und Techniken durch einen Experten. Daran schloss sich eine gemeinschaftliche, zweitägige Arbeitsphase mit Abschlusspräsentation der neu entstandenen Produkte und Ideen an.

Handwerkliche Techniken und die Fertigung kunstgewerblicher Produkte sind seit Gründung der ersten Werkstätten ein Arbeitsfeld für Menschen mit Behinderung. Viele der dort beschäftigten Mitarbeiter haben zwar nie eine fachspezifische Ausbildung genossen, im Laufe ihrer Tätigkeit aber umfangreiche Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit dem Material erlangt. Im Rahmen ihres Beschäftigungsverhältnisses arbeiten sie allerdings vorwiegend handwerklich, meist ohne Zugang zu kreativen Gestaltungstechniken. Häufig nehmen sie keinen Einfluss auf die Gestaltung der durch sie hergestellten Produkte. Die HANDWERKSTATT will diese Situation ändern. Denn nach der Sättigung des Marktes mit industriell und seriell hergestellter Ware steigt das öffentliche Interesse an manuell hergestellten Produkten mit Unikatcharakter. Die HANDWERKSTATT will aufzeigen, wie sich Arbeit, Produktion, Bildung und Kreativität miteinander vereinen lassen. Das Projekt veranschaulicht, wie Werkstätten für behinderte Menschen zu partizipativ gestaltenden Manufakturen werden können.

 

Mehr zu den Ideen, Methoden, Erfahrungen, Ergebnissen und Produkten finden Sie unter den einzelnen Workshops:

 

 

 


Ein Projekt von EUCREA in Kooperation mit der HFBK Hochschule für bildende Künste Hamburg, alsterarbeit gGmbH, Delme-Werkstätten gGmbH, Kieler Fenster e.V. (Werkforum), Brücke Schleswig-Holstein gGmbH (Designwerkstatt Bildschön)