BE ABLE & VIA WERKSTÄTTEN

„be able“ ist ein partizipatives Designprojekt mit einem eigens dafür entwickelten Bildungskonzept. Im Zentrum steht die Idee der Partizipation: Handwerklich tätige Menschen aus sozialen Randgruppen beteiligen sich aktiv an dem gesamten Planungs-, Gestaltungs- und Produktionsprozess. Sie erwerben Design-Wissen und können das Erlernte umsetzen, sie treffen Entscheidungen, entwickeln Konzepte weitgehend selbstständig und bauen so ihre eigenen Fähigkeiten aus. Bei „be able“ geht es vor allem darum, den Gestaltungsprozess gemeinsam mit den Mitarbeitern neu zu erarbeiten.

Das Projekt begann 2010 in der Keramikwerkstatt der VIA Werkstätten mit jeweils eintägigen Workshops über einen Zeitraum von neun Wochen. Die Mitarbeiter der Werkstatt konnten sich mit den unterschiedlichen Ebenen auseinandersetzen, auf denen Produkte funktionieren und kommunizieren. Der Design-Ansatz eröffnete den Teilnehmern neue Perspektiven auf das alltägliche Arbeitsmaterial ihrer Werkstatt. Sie wurden dazu angeregt, ihr Umfeld bewusst wahrzunehmen und aktiv zu gestalten. Etwa mit zeichnerischen oder fotografischen Beobachtungen und Skizzenbüchern, in denen sie Körper und Formen in Bezug zueinander stellten. Dabei konnten die Mitarbeiter ihr eigenes ästhetisches Empfinden schulen und reflektieren.

In der zweiten Phase von November 2010 bis März 2011 stand der Gestaltungsprozess von Produkten zum Thema „Aufbewahren“ im Mittelpunkt. Die sechs Teilnehmer wurden mit dem Designprozess vertraut und gestalteten eine erste limitierte Auflage von Produkten.

  • doppelschale-rom-kulosa
  • e-lamp-erguen-baser
  • kreidetiere-cindy-franke

  • notizbuecher-katy-metzger
  • tafel-memo-christine-roedel
  • vase-der-ueberraschungen-michael-poggemann

Simple Image Gallery Extended

Das Konzept wurde im Anschluss an das Pilotprojekt in weiteren Werkstätten erprobt: in einer Kerzenwerkstatt, einer Bonbonmanufaktur, einer Holzwerkstatt, einer Handbuchbinderei und einer Textilwerkstatt. Unter der Leitung von Isabelle Dechamps und Melinda Barth beteiligten sich zehn StudentInnen der Kunsthochschule Berlin Weißensee an den partizipativen Designprozessen. Auch in diesen Kooperationen entstanden reizvolle Entwürfe und neue Perspektiven auf das jeweilige Arbeitsmaterial: zum Beispiel mit Kerzen, in die rot gefärbte Dochte verstickt werden, oder mit neuartigen Lolliformen, die lustvolle Lutscherlebnisse erzeugen. Oder Notizbücher, die ewig währen, weil man die mit Tafellack behandelten Seiten immer wieder auswischen kann – ein spannendes Sortiment an Produkten und Erfahrungen.

Hier gelangen Sie zur Präsentation des Projekts im Rahmen der Fachtagung SOCIAL DESIGN am 07./08. Juni 2013 in Hamburg.

 

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